Historische Stadtführungen

  • Jeweils März bis Dezember am 3. Samstag im Monat
  • Beginn 16:00 Uhr | Treffpunkt im HKB
  • Endpunkt ist ein, der historischen Figur entsprechender Ort, wo eine kleine Überraschung auf Sie wartet!

 

Datum Uhrzeit Historische Figur
Samstag 22.06.2019 16:00 Uhr Müller Manfred Bernhard – Sohn Herbords
Samstag 20.07.2019 16:00 Uhr Herbord von Raven
Samstag 17.08.2019 16:00 Uhr Baronin von Kimsky
Samstag 21.09.2019 16:00 Uhr Probst Walwanus
Samstag 19.10.2019 16:00 Uhr Mudder Schulten
Samstag 16.11.2019 16:00 Uhr Graf Tilly
Samstag 21.12.2019 16:00 Uhr Wollweber Mathias Gerling


Änderungen vorbehalten!

Preise

Preis: Erwachsene 4,00 €
Kinder bis 10 Jahre kostenlos

Christine Dorothea Schulz, einer engagierten und resoluten Bäckersfrau setzte Fritz Reuter in seiner Humoreske „Dörchläuchting“ aus „Olle Kamellen“ 1866 ein literarisches Denkmal. Sie wies seiner Durchlaucht Adolf Friedrich IV. in aller Öffentlichkeit die Schulden zu begleichen, weil dieser die ihm gelieferten Backwaren nicht bezahlte. Eine Frau aus der unteren Bevölkerungsschicht wagt es in aller Öffentlichkeit die Oberen zu kritisieren und bloßzustellen.
Gut nachgestellt ist diese Szene in einer Figurengruppe aus Muschelkalk nahe dem Bahnhof, gegenüber dem Fritz-Reuter-Denkmal.

Der Sohn des Stadtgründers erbaute angeblich 1264 die Vierrademühle. Um das Wasser des Tollensesees an die Wasserräder der Mühle zu leiten, wurde der See um einen Meter angestaut. Da die Mühle außerhalb der Stadtmauer errichtet wurde, schützten sie Bollwerke gegen feindliche Übergriffe. 1287 war der Müller Stifter und Patron des St. Katharinenaltars der Marienkirche in Neubrandenburg. Hier war er auch über Jahre als Schöffe tätig.

Die Tochter des Neubrandenburger Uhrmachermeisters Johann Wilhelm Hähnel, Beraterin des Papstes Gregor XVI., Geliebte des preußischen Staatskanzlers Karl August Fürst von Hardenberg und sogar als Hellseherin versucht, feierte Triumphe, da sie im hypnotischen Zustand mysteriöse Prophezeiungen von sich gab. Sie konnte französisch parlieren, was für sie von großem Vorteil war. Sie wurde geliebt, verachtet und sorgte mit mancherlei Skandalen für allerlei Gesprächsstoff und das nicht nur auf den Straßen von Neubrandenburg.

Dodo Freiherr von Innhausen und zu Knyphausen war Beauftragter des Schwedischen Königs, um die Stadt Neubrandenburg im Dreißigjährigen Krieg gegen die Angriffe Tillys zu verteidigen. Er trat 1629 in den Dienst des Schwedischen Königs Gustav II. Adolf (Wasa) von Schweden.
Trotz fehlender Artillerie hielt er die Stadt tagelang gegen die Übermacht der Kaiserlichen, die dennoch nach großem Gemetzel an Tilly fiel. Gustav belohnte ihn für seine Verdienste mit der Feste Klempenow. Als Befehlshaber der schwedischen Truppen fiel er 1636 in der Schlacht um Haselünne.

Lakator, also Stadtgründer der Stadt Neubrandenburg, der im Auftrage der Markgrafen von Brandenburg Johann I. und Otto III. die Stadt errichten ließ, nachdem sich 1236 der Herzog von Demmin, Wratislaw, genötigt sah, das Land Stargard laut dem Vertrag von Kremmen an die Markgrafen abzutreten. Über 30 Städte wurden infolge gegründet.
Die Gründerurkunde von Neubrandenburg stellte Johann I. am 4. Januar 1248 in Spandau aus. Ritter Herbord von Raven war in der Folge auch Stadtschulze, also Bürgermeister.

Der große Niederdeutscher Dichter lebte von 1856 bis 1863 in Neubrandenburg und, so sagte er selbst, wären die Neubrandenburger Jahre die schaffensreichsten in seinem Leben gewesen. Als Lehrer wirkend, hatte er Kontakt zu vielen Bevölkerungsschichten. Werke wie „Ut de Festungstied“, „Keen Hüsung“ oder „Ut de Franzosentid“ machten ihn berühmt. Nahe dem Bahnhof auf einem Sockel thronend, schaut er heute noch auf sein Neubrandenburg.

Seine Durchlaucht Adolf Friedrich IV. Herzog zu Mecklenburg-Strelitz war von 1752/53 bis 1794 regierender Herzog des Landes Mecklenburg-Strelitz. Er ließ in seiner Amtszeit u. a. das Schauspielhaus, das herzogliche Palais und den Marstall für seine Sommerresidenz in Neubrandenburg errichten. Auf einem Hügel im Brodaer Holz erbaute er 1775 ein Sommerhaus. An dessen Stelle steht heute das Belvedere.

Der Uhrmacher wohnte ab 1830 in der Treptower Straße in Neubrandenburg, wo er bis zu seinem Tode lebte und dort auch seine Uhrmacherwerkstatt hatte. Als stadtbekanntes Original konnte er hoch- und plattdeutsch in einem Satz sprechen, was ihm viel Spaß machte. Fritz Reuter gehörte zu seinen besten Freunden. In leichter Rotspon-Laune, man saß gerne in der Bierstube in der Treptower Straße oder im Fürstenkeller zusammen, entglitt Mercker so manch eine Episode, die man in Fritz Reuters Werk „Ut mine Stromtied“ in der Figur des Unkel Bräsig wieder fand.

Er war Heerführer der Liga Katholischer Fürsten und einer der namhaftesten Feldherrn des Dreißigjährigen Krieges. Zuerst diente er den Spaniern und erlernte unter Alexander von Parma die Kriegskunst. Danach trat er in lothringische und 1598 in kaiserliche Dienste ein. Er kämpfte gegen ungarische Aufständische, focht gegen die Türken und stieg zum Obersten eines Wallonenregiments auf. Im Dreißigjährigen Krieg ging er mit seinen Truppen aus vielen Schlachten als Sieger hervor. So zog er mit 18.000 Mann gegen Neubrandenburg und nahm die Stadt 1631 unter grausamstem Gemetzel ein.

Ein Wollweber aus Neubrandenburg, der aus Malchow von der Arbeit kommend, verirrte sich im dichten Schneetreiben und fand dadurch den Heimweg nicht mehr. Dank der Glocken von St. Marien, die laut schlugen, konnte er sich wieder orientieren und fand den Weg nach Hause. Daraufhin stiftete er einiges von dem Geld, das er durch das Weben verdiente, der Kirche, damit in der dunklen Jahreszeit die Kirchenglocken öfter läuten konnten. Aus diesem Grund wurde eine der fünf Glocken auch Extra- oder Weberglocke genannt.

Eine stadtbekannte Hebamme Neubrandenburgs, die durch ihre Tätigkeit in viele Haushalte gerufen wurde und dort allerlei Neuigkeiten erfuhr. Diese Neuigkeiten konnte sie aber nicht für sich behalten. Wenn sie das Erfahrene weiter erzählte, gab sie natürlich ihren Senf dazu. Darum, man brauchte keine Tageszeitung, musste man nur Mudder Finksch kennen. Sie war sehr beliebt, denn sie sprach die Sprache des einfachen Volkes.

Er wirkte als zweiter Mönch am Prämonstratenserkloster Broda.
Das Kloster Broda war ein Stift des Prämonstratenserordens und wurde 1170 gestiftet. Seinen Ursprung nahm der Orden im namens gebenden Kloster von Premontre. Dieses wurde 1120 von Norbert von Xanten in der Nähe der nordfranzösischen Stadt Laon gestiftet. Durch die Gründung der Stadt Neubrandenburg wurden die Besitztümer des Klosters Broda arg beschnitten. Erst 1271 wurde das Kloster durch die Brandenburger Markgrafen für die erlittenen Verluste zumindest teilweise entschädigt. Dafür setzte sich schon Probst Walwanus in seiner Amtszeit ein.

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